Ministranten

An die Erstkommunionkinder!

Vor einiger Zeit sagte mir mein Lehrer: „Wenn wir Menschen geboren werden, dann sind wir alle wie eine leere, weiße Tafel. An jedem Tag unseres Lebens kommen Bilder und Wörter hinzu, welche die Tafel füllen und am Ende unseres Lebens ist dann die Tafel nicht mehr leer, sondern bunt.“ Daran musste ich denken, als ihr am Tag eurer Erstkommunion mit euren Kerzen in die Kirche getreten seid. Diese Kerzen, welche einige von euch schon seit ihrer Taufe besitzen, sind ja eigentlich weiß, doch sie waren mit farbenfrohen Bildern und Motiven gestaltet. Und bei diesem Anblick musste ich sofort an die Tafel denken, denn sicherlich wird eure heilige Erstkommunion auf der Tafel eures Lebens einen Platz finden. Insbesondere, weil die Erstkommunion so eine schöne Bedeutung hat. Aus dem Lateinischen („communio“) übersetzt bedeutet es nämlich „Gemeinschaft“. Denn jeder, der diese kleine Hostie gegessen hat, wird Teil einer Gemeinschaft, zu Geschwister im Glauben. Wie ihr sicherlich bemerkt hat, besitzt jede Gemeinschaft kleine und große Traditionen, die das Beieinander verschönern und Augenblicke zu etwas besonderem machen. Und auch wir Ministranten, als Teil dieser Gemeinschaft, haben eine schöne Tradition. Es ist Brauch, dass alle Erstkommunionkinder die Möglichkeit haben, Ministrant zu werden (Was Ministranten sind, könnt ihr grob durch die nachfolgenden Texte erfahren.) Letztes Jahr hätte ich euch alle herzlichst zu unserer Ministrantenstunde eingeladen, damit ihr es nicht nur grob wisst, sondern genau erlebt. Doch wir wurden leider durch die Maßnahmen, die zum Schutz vor Corona beitragen, in einen langen Urlaub geschickt. So lang, dass wir selbst noch nicht wissen, wann er endet. Doch dies soll nicht zu eurem Unglück werden, denn auch ihr sollt die Chance erhalten, traditionsgemäß Ministrant zu werden. Daher lege ich euch ans Herz, jetzt in dieser langen Zeit genau darüber nachzudenken, ob ihr nicht Lust hättet, Teil unserer Ministrantengruppe zu werden. Wenn Ihr euch dafür entscheidet, oder es zumindest mal probieren wollt, dann könnt ihr oder eure Eltern mir gerne Bescheid geben und ich informiere euch sofort, wenn wir uns wieder wie gewohnt treffen können und dürfen. Bis dahin wünsche ich euch glückliche Tage, die eure Tafel fleißig füllen und natürlich viel Gesundheit.

Eure Uljana

 

 

 

  Zurzeit finden KEINE Ministrantenstunden statt

 

Neue Termine werden folgen, wenn es wieder möglich sein wird, sich treffen zu können.

 

Ministranten

 

 

 

Gott wird nicht größer, wenn du ihn verehrst.

Aber du wirst größer und glücklicher, wenn du ihm dienst.

                                                                                        Augustinus Aurelius

 

Hallo, wir sind die Ministranten!

Weißt du eigentlich, was Ministranten sind? Wir sind nicht einfach Kinder und Jugendliche, die während einer Messe im Altarraum in komischer Kleidung in der Nähe des Pfarrers sitzen, nein … Wir sind Messdiener! Wir haben uns vor oder nach unserer Erstkommunion dazu entschlossen, nicht nur unserer Gemeinde, sondern in erster Linie Gott dienen zu wollen. Viele Menschen dienen Gott auf ihre Art und Weise. Einige machen dies durch Wohltätigkeitsveranstaltungen und Krankenpflege, andere durch einfache Gebete und  Hilfe am Nächsten im Alltag. Es gibt so viel Möglichkeiten Diener Gottes zu sein und zu werden. Wir dienen Gott so, indem wir, bei den Messen, dem Pfarrer im Messablauf unterstützen. Wir reichen im das Messbuch, decken den Altar zur Eucharistiefeier und bringen Brot und Wein an den Alter. Das sind Kleinigkeiten, die vielleicht nicht jedes Gemeindemietglied  bemerkt, aber das müssen sie auch nicht. Es reicht uns zu wissen, das Gott es sieht. Doch Ministrant zu sein bedeutet nicht, dass man sich in den Altarraum stellt und einfach so loslegt. So leicht ist das ganze auch wieder nicht. Wie ein Diener müssen Ministranten Regeln befolgen und trainieren, denn wir wollen unseren Dienst nicht  irgendwie machen. Wir treffen uns immer alle 14 Tage, am Samstag um 10 Uhr in Luckenwalde, zur gemeinsamen „Unterrichtsstunde“. Wir lernen den Ablauf der Messe kennen, üben in der Kirche, wann und wie wir unseren Dienst verrichten sollen und lernen immer wieder etwas Neues über unseren Glauben kennen. Natürlich ist Lernen nicht das einzige, was wir machen. Der Dienst an und in der Kirche soll ja auch Freude bereiten. Wir tauschen uns untereinander aus, wir spielen gemeinsam, basteln oder machen kleine Exkursionen, denn man ist nicht alleine Ministrant. „Teamwork“ wird bei uns Groß geschrieben. Und je mehr Mitglieder wir haben, desto geselliger sind wir. Daher, wenn auch du Lust hast, mal bei uns zu schnuppern oder du dich vielleicht schon dazu entschieden hast Ministrant zu werden, dann melde dich einfach bei unsere Leiterin Uljana (keine Angst, sie beißt nicht) um ein Schnuppertermin zu vereinbaren oder Fragen zu klären. Ihr könnt euch auch natürlich bei ihr melden, wenn euch etwas nicht so gut gefällt oder Ihr eigene Vorschläge habt (sie wird dann immer noch nicht beißen, versprochen). Ihr könnt sie Sonntags bei den Messen irgendwo abfangen oder ihr einfach eine Email schreiben. Ihre Email ist . Wir wünschen euch alles Gute und Gottes Segen an euren persönlichen Diensten. Bis wir uns Wiedersehen !

Die Ministranten  der St. Joseph und St. Hedwig Gemeinde.

 

Ministranten sind Glücksbringer

 

Mandarinen, Äpfel, Lebkuchenherzen und Spekulatius. Leckereien, welche uns die Weihnachtszeit beschert. Wir haben uns selbst gefragt, was ist für uns Weihnachten? Oft sind Geschenke und Gebäck, Weihnachtsmärkte und Festbraten, Plätzchen backen und Weihnachtslieder singen die Antworten darauf gewesen. Es war genauso wie in der Fabel von Johannes Hildebrandt:

 

>>Einige Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten sich darüber, was wohl die Hauptsache an Weihnachten ist. “Na klar, Gänsebraten”, sagte der Fuchs, “was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!” “Schnee”, sagte der Eisbär, “viel Schnee!” Und er schwärmte verzückt: “Weiße Weihnachten feiern!” Das Reh sagte: “Ich brauche einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern!” “Aber nicht so viele Kerzen” , heulte die Eule “schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!” “Aber mein neues Kleid muss man sehen”, sagte der Pfau. “Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich nicht Weihnachten.” “Und Schmuck,” krächzte die Elster. “Jedes Weihnachten kriege ich was: Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste.” “Na, aber bitten den Stollen nicht vergessen”, brummte der Bär, “das ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich lieber auf Weihnachten.” “Mach ́s wie ich”, sagte der Dachs, “pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!” “Und saufen”, ergänzte der Ochse, “mal richtig einen saufen und dann pennen....” ....dann aber schrie er “Aua!!”, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: “Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?” Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: “Das Kind, ja das Kind, das Kind ist die Hauptsache.” “Übrigens”, fragte der Esel, “wissen das eigentlich auch die Menschen??” <<

 

Bis das Jesuskind uns ins Gedächtnis kam, hätte man schon längst ein Haufen von Lebkuchen essen und 5 Weihnachtslieder singe können. Haben wir etwa auch vergessen, dass wir zu Weihnachten nicht beschenkt werden durch all das Naschwerk und die Präsente, sondern durch die Geburt von unserem Heiland, dem Messias? Wir denken, wir sind glücklich mit Kleinigkeiten, dass unser Herz das größte Wunder nicht mehr fassen kann. Das bedeutet aber nicht, dass wir zu Weihnachten auf all die Kleinigkeiten verzichten müssen. Die Geburt Jesu gehört genauso zu unserem Weihnachtsfest wie all das, womit wir uns die Advents- und Weihnachtszeit versüßen. Wir sollten aber nicht aus dem Augen verlieren, das der Heiland mit seiner Liebe das Geschenk ist, welches wir in dieser Nacht erhalten haben. Bei Weihnachten geht es in erster Linie darum, die Hoffnung, Freude und Glücksseligkeit die wir empfangen haben, mit anderen zu teilen. Sei es durch Lebkuchen, Gesang oder die allseits erwarteten Geschenke. Auch wir haben uns überlegt, wie wir am besten unsere Freude und unser Glück teilen können. Daher haben wir uns am 14 Dezember zur unser traditionellen Weihnachtsfeier in den Gemeinderäumen in Luckenwalde versammelten. Wir lasen gemeinsam, zwischen Früchten und Gebäck, eine wunderbare Geschichte über eine Großmutter und Enkelin, welche ein rotes Paket voll Freude und Glück an Menschen, die einsam, krank und hoffnungslos waren, verschenkt hatten. Aber man durfte das Paket nie aufmachen, da sonst das Glück entweichen würde. Auf Nachfrage der Enkelin, warum sie nur ein Paket gemacht hatten, antworte die Großmutter, ein Paket sei genug. Und Tatsache, das Paket wanderte von Hand zu Hand, und jeder, der das rote Paket in seinem Besitz hatte, war glücklich geworden. Das Geheimnis dieses Paketes, warum jeder der es besaß glücklicher wurde, lag darin, das sich Menschen umeinander gekümmert haben. Man spürte die Zuwendung des Anderen und man fühlte die Fürsorge. Auch wir wollten daher versuchen, „Glücksbringer“ zu sein und bastelten gemeinsam rote Pakete, die wir anderen  weitergeben konnten. Wir werden vielleicht nicht wissen, ob und wem wir Glück gebracht haben, aber wir besitzen Gewissheit, dass diese kleine Handlung, wie ein Stein im Wasser, große Wellen schlagen wird.